Hurra Werbewirkung! Die Post eröffnet 1.000 neue Filialen!

 In Kommunikation, Thema

Dass die Deutsche Post ihr Filialnetz seit Jahren immer weiter ausdünnt, ist allgemein bekannt. Um so erstaunlicher ist eine Botschaft, die der gelbe Riese in seiner derzeitigen Kampagne crossmedial verbreitet: „Kundennähe ist ein Versprechen, das wir mit über 1.000 neuen Filialen eingelöst haben“.

Diese wohlklingende Botschaft steht im diametralen Gegensatz zu allen Berichten, die man zu diesem Thema lesen kann. Wohin man schaut, überall wird über weitere Filialschließungen der Post berichtet:

Post-Chef Appel – Weitere Filialen werden geschlossen (Focus)

Post schließt alle eigenen Filialen (heute.de)

Briefe und Pakete zur Bäckerei: Postfilialen, ade! (Abendzeitung)

Post-Chef will Filialen dichtmachen (Der Westen)

Wie geht das mit der vollmundigen Aussage von den neuen Filialen zusammen? Wer auf das entsprechende Werbebanner klickt, kommt auf die Seite mit der Filialsuche – und erkennt nach Eingabe einer Adresse den speziellen Dreh: Hier werden nicht nur die Postagenturen, sondern auch all die kleinen Kioske und Läden eingemeindet, die zwar Brief- und Paketmarken verkaufen, aber beispielsweise keine Sendungen annehmen (was für viele Menschen ein wesentlicher Antrieb sein dürfte, wenn sie „zur Post gehen“).

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Hamburg: übersät mit Postfilialen – nein: mit „Verkaufspunkten“

Bei der Deutschen Post scheint man also noch an die Durchschlagskraft der Reklame alter Schule zu glauben. Anders ist nicht zu erklären, warum man ungebrochen das komplette Gegenteil dessen behauptet, was in den Medien und in den Gesprächen der eigenen Kunden präsent ist und was viele schon real erlebt haben.

Um eines klarzustellen: Ich halte die Markenführung der Deutschen Post im zurückliegenden Jahrzehnt für durchaus gelungen. Und auch die Evolution der Leistungen ist beachtlich. Aus der deutschen Beamtenpost ist ein weltweiter Logistikkonzern geworden. Aber wer bitte hat die Bonner auf die Idee gebracht, das Filialthema auf solch aberwitzige Weise zu beackern? Hiermit wird allenfalls Mundpropaganda im negativen Sinne angestoßen.

Das Vertrauen in die Marke kann man auf diese Weise nicht vertiefen.

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